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Richtig Reisen: 3 Tipps für dein großes Abenteuer

Du willst das Beste aus deiner Reise machen? Wir haben ein paar Tipps für dich, wie du genau das schaffst.

Auf einen Blick:

  • Wirklich erfahren statt nur ansehen
  • Planen und trotzdem treiben lassen
  • Schlechte Erfahrungen nutzen

Richtig reisen bedeutet für uns mehr als einfach nur eine geplante Strecke abzufahren. Es bedeutet Erfahrung zu sammeln, Menschen zu treffen und zu wachsen. Diese Chance solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen.

1. Ansehen vs. Erfahren

„Ich hab die komplette Nordinsel in unter drei Wochen gemacht.“, berichtet uns ein Backpacker ganz stolz bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee. Wir schlürfen artig unseren Caffee Latte, während er weiter voller Eifer von seinen Abenteuern berichtet.

In nur drei Wochen die ganze Nordinsel „gemacht“. Oha.

Wenn man in kurzer Zeit besonders viel erleben will, riskiert man eventuell gar nichts zu erleben. Denn echte Erfahrungen brauchen Zeit und Mut.

Es erfordert Mut Fragen zu stellen, mitzuspielen und aktiv zu werden.
Und es braucht Zeit sich wirklich auf etwas einzulassen.

Ein Weingut beispielsweise lässt sich problemlos innerhalb weniger Stunden besichtigen. Man kann sich online über die Arbeitsprozesse informieren und die Prospekte und Flyer des Herstellers durchblättern. In wenigen Stunden hat man alles gesehen: Der Wein wird angebaut, gepflegt, geerntet, verarbeitet und verkauft.

Ein Weingut kann aber auch so aussehen:

  • Tag 5:
    Die Sonne geht auf. Morgentau. Alles ist ruhig. Du stehst inmitten einer kilometerlangen Weinplantage und atmest einmal tief durch.
  • Tag 12:
    Es regnet in Strömen. Dein Arbeitstag hat gerade erst begonnen und du entdeckst ein Loch in deinen Gummistiefeln. „Echt jetzt?“, fragst du dich.
  • Tag 17:
    Du schwitzt in der heißen Mittagssonne. Plötzlich sitzt ein kleines Hündchen neben dir und blickt erwartungsvoll zu dir hinauf. Du schaust dich um. Keiner da. Das Hündchen wedelt mit dem Schwanz und du musst lachen.
  • Tag 23:
    Mittagspause. Du sitzt im Schatten der Weinpflanzen. Bei dir sitzen Mitarbeiter, die mittlerweile eher gute Freunde sind. Du lauschst ihren Geschichten und lachst mit ihnen.

Wir denken gern an unsere Zeit auf dem Weingut zurück.
Und jede Flasche Wein schmeckt jetzt ein kleines bisschen anders.
Sie schmeckt nach Sonnenaufgang und Morgentau, nach Loch im Gummistiefel, nach überraschendem Hundebesuch und Geschichten von Freunden.

Ohne es zu merken hat man plötzlich seinen Horizont um ein Vielfaches erweitert.

Und das ist in unseren Augen eben viel mehr Wert als ein simples „Da war ich schon mal.“ Solange du also sicherstellst, das Leben in Neuseeland nicht nur von der Seitenlinie aus zu betrachten, kann eigentlich nichts schief gehen.

2. Planen vs. Treiben lassen

Ordentliches Planen ist grundsätzlich eine gute Sache.
Es hilft unangenehme Situationen zu vermeiden.
Zu viel Planung kann dir allerdings den Blick auf die Überraschungen nehmen, die deine Reise für dich bereit hält.

Aus eigener Erfahrung möchten wir dir raten: Finde einen Mittelweg.

Einen längere Autofahrt beispielsweise planst du am besten im voraus.
Was aber, wenn du unterwegs ein unerwartet interessantes Fleckchen findest?
Dem Plan folgen oder der Nase nach? Wir sagen: Auf, der Nase nach!

Deine Reise wird dich definitiv überraschen. Wenn du sie lässt.

3. Gute vs. schlechte Zeiten

Schon mal folgendes Sprichwort gehört?
„Manchmal gewinnt man und manchmal gewinnt man.“

Hey, Moment mal! Da stimmt doch etwas nicht, oder?

Okay, das Sprichwort sieht anders aus.
Aber der Satz ist schon ganz richtig so.

Wir geben’s an dieser Stelle zu: wir sind emotionale Wesen. Das sind wir alle. Das heißt, wir erleben unser Leben als eine Reihe von „guten“ und „schlechten“ Momenten.

Wir alle lieben die guten Zeiten wie der kleine Welpe seinen Ball.
Und genauso fürchten wir die schlechten Zeiten wie die Katze das Schaumbad.

Aber:
Schlechte Erfahrungen kommen glücklicherweise immer in Begleitung. Sie bringen wertvolle Lektionen mit sich.

Du kannst also nur gewinnen:
Gute Zeiten werden zu tollen Erinnerungen.

Schlechte Zeiten zu wertvollen Lektionen.

Die Schwierigkeit besteht darin dies in schlechten Zeiten nicht zu vergessen.

Deine Reise nach Neuseeland wird dir jede Menge gute Zeiten und wundervolle Erinnerungen bescheren. Mit Sicherheit sogar.

Aber eben auch schlechte Zeiten. Autopannen, Regentage, Heimweh oder Liebeskummer. All diese Momente sind schmerzhaft und doch hält jeder eine wertvolle Lektion für dich bereit. Wenn du also das nächste mal in Neuseeland allein im Regen stehst, erinnere dich daran, das hier eine Chance auf dich wartet. Eine Chance dich weiterzuentwickeln und zu wachsen.

Eine Lektion von unseren Hunden

Regen schön und gut. Aber was, wenn etwas wirklich Schlimmes passiert?
Was, wenn dein Hund gestorben ist? Wo soll da denn die wertvolle Lektion sein?

Gut, dass du fragst, denn: Uns beiden ist genau das passiert.
Es tat weh, wir haben geweint und es dauerte eine Weile bis wir erkannten, welche wertvolle Lektion uns unsere Hunde als Abschiedsgeschenk hinterlassen haben:

Du weißt niemals, wann du jemandem zum letzten Mal begegnest.

Also wollen wir ab jetzt jeden Moment so nutzen als wäre es unser letzter. Wir werden nichts sagen, was nicht als unser letztes Wort stehen bleiben kann.

Kriegt man das hin? Jederzeit?
Nein, wahrscheinlich nicht.
Aber einen Versuch ist es wert.

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Wir sind Anna und Nils. Zwei Neuseeland-Backpacker aus Deutschland. Vielen Dank fürs lesen. Wir hoffen der Artikel hat dir geholfen und unterstützt dich auf deiner Reise! Wenn du Fragen hast meld dich einfach. Wir unterstützen dich gerne :-)

Anna & Nils (KiwiQuest)

Work and Travel in Neuseeland - Anna und Nils

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  1. Lukas Tillmann schrieb am 14. März 2013

    Eine Reise auf langer Zeit durfte ich bisher noch nicht erleben, aber nichts desto trotz habe ich auch auf Kurztripps (die gingen dann so ein bis zwei Wochen) schlechte Erfahrungen gemacht die mich hinundwieder in die Schranken gewiesen haben.

    Ich erinnere mich nur zuungern an eine Vorführung, die ich mit meinen Freunden auf Gran Canaria gab. Ich habe den Schluß so ziemlich vermasselt, da ich einfach nicht Stillhalten konnte. So unangenehm das für mich war, so weiß ich nun, dass man sich hinundwieder in Zurückhaltung üben muss *lach*

    Aber dafür hatte ich eine superschöne Zeit mit meinen engsten Freunden und das ist eine „Gute Erfahrung“, die alles andere mehr als nur wett macht.

    • Anna & Nils schrieb am 13. April 2013
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      Hallo Lukas, wir finden es sehr vorbildlich, wie du mit deiner Erfahrung umgehst! :-)

  2. Jenny schrieb am 16. April 2013

    Ha! Schlechte Erfahrungen auf Reisen – da müsst ihr nur mal Eltern fragen. Wir haben uns auf Reisen mit unseren Kindern schon von unseren allerschlechtesten Seiten kennenlernen müssen – Reisen mit Kindern ist nun mal anstrengend. Schön und unserer Meinung nach sogar intensiver als ohne Kinder, aber definitiv sauanstrengend. Und klar haben wir daraus gelernt – eine ganze Menge sogar. Die zwei Monate in NZ mit meiner Familie haben mich jedenfalls zu einer anderen (hoffentlich besseren) Mutter gemacht. Allein dafür hat sich die Reise schon gelohnt :-)

    • Anna & Nils schrieb am 16. April 2013
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      Hi Jenny!
      Oh man, das glauben wir dir sofort. Zu zweit auf engstem Raum war ja schon eine echte Probe. Aber dann noch die Kids dabei? Wow, Respekt!

      Ob wir das auch hinkriegen würden? Keine Ahnung.

      Auf jeden Fall total klasse. Daran wächst sicher die ganze Familie. Viele Eltern sagen sich ja scheinbar, dass eine solche Reise mit Kindern unmöglich ist. Ihr beweist echt das Gegenteil!